DEMENZ

Alzheimer-Demenz

Kann Alzheimer-Demenz verhindert werden?

Diese Frage beschäftigt mich schon seit langem und ich habe viele Berichte und Studien dazu gelesen. Im Laufe der Jahre häuften sich die Erzählungen von Freunden, deren Eltern, Großeltern oder Verwandte von dieser Krankheit betroffen sind. Und in meiner Praxis häufen sich die Fragen von Klienten, ob und wie sie vorbeugende Maßnahmen gegen diese Krankheit ergreifen könnten. 

Jetzt kam die Krankheit ganz nah, da mein eigener Onkel davon betroffen ist. Da war dann der Versuch, die Krankheit aufzuhalten. Vergeblich. Wenn Alzheimer-Demenz ein gewisses Stadium erreicht hat, nimmt sie ihren Lauf und es bleibt uns nichts weiter, als dem Verfall zuzusehen.

Wo beginnt Alzheimer-Demenz?

Im Schlaf

Unsere Erinnerung sitzt im Hippocampus. Jede Nacht, wenn wir schlafen, werden dort neue Nervenzellen gebildet und diese Gehirnregion regeneriert sich selbst. Dabei kommt es nicht nur auf die Länge des Schlafes an, sondern auch darauf, dass wir alle Schlafphasen durchmachen. Eine entscheidende Rolle spielt dabei zum einen die Tiefschlafphase. Noch viel entscheidender ist jedoch die sogenannte REM-Phase, in der wir aktiv träumen. Alle degenerativen Nervenerkrankungen haben gemeinsam, dass diese Schlafphase ausfällt. Fällt die REM- Phase aus, steigt die Stressanfälligkeit der betroffenen Personen an. Hier beginnt ein Teil des Teufelskreises. Jede Kleinigkeit wird zu Stressfaktor, die Mesnchen geraten in Dauerstress und können nicht mehr abschalten, der Cortisol- und Adrenalinspiegel steigen. Dadurch wird die Produktion eines Eiweißes stimuliert, das normalerweise als Schutz für die Nervenzellen da ist – das ß-Amyloid. Bei Dauerstress wird es jedoch im Übermaß produziert – und wird damit zum Nervengift. Das ß-Amyloid ist auch das Eiweiß, das man vermehrt im Gehirn von Alzheimerpatienten findet.

Zurück zum Hippocampus: Kann sich der nicht mehr regenerieren, breites sich die Krankheit langsam über andere Gehirnregionen aus. Je weiter sie sich ausbreitet, desto schlechter sind die Regenerationschancen.

Der Darm und sein Mikrobiom (Darmbakterien)

Du fragst Dich jetzt wahrscheinlich: „Was hat das Gehirn mit dem Darm zu tun“? Ganz viel! Es führen mehr Nervenstränge vom Darm zum Gehirn als umgekehrt. Zudem hat das Immunsystem des Darms einen ganz wesentlichen Einfluss auf das Immunsystem des Gehirns. Einfach formuliert: Je geringer die Artenvielfalt in unserem Darm ist, desto schlechter ist unser Immunsystem (80% davon sitzen im Darm). Je schlechter das Mikrobiom im Darm ist, desto weniger kurzkettige Fettsäuren werden produziert. Und diese kurzkettigen Fettsäuren sind essentielle Nährstoffe für das Immunsystem im Gehirn (die Mirkogliazellen), die verkümmern und nicht mehr funktionieren, wenn sie buchstäblich keine Nahrung mehr bekommen. Forscher der Universität Freiburg haben beobachtet, dass Menschen, die Parkinson, Alzheimer-Demenz und Multiple Sklerose haben, immer auch eine schlechte Darmflora mit zu wenig Darmbakterien haben. Auch die Artenvielfalt bei den Darmbakterien ist bei diesen Menschen stark eingeschränkt.

Die Pille und andere Hormontherapien

Was ich mit Schrecken beobachte ist, dass 80% der jungen Mädchen, die die Pille nehmen, eine schlechte Darmflora haben. Selbst nach Absetzen der Pille ist es sehr langwierig, die Darmflora wiederaufzubauen. Welche Auswirkungen die Pille, neben all ihrer anderen Nebenwirkungen, damit langfristig auf die kognitive Funktion dieser jetzt noch jungen Frauen im Alter hat, wenn sie sich nicht um den Aufbau ihrer Darmflora kümmern, mag ich mir gar nicht ausmalen. Und die Damen in der Menopause? Auch da konnte ich häufig beobachten, dass unter Einsatz synthetischer Hormone, die Darmflora unglaublich leidet. Wie man die Menopause ohne Hormone bewältigt, erkläre ich in einem Extra-Blog.

Was also kannst Du jetzt tun?

Schön wäre, wenn ich jetzt sagen könnte: Mach regelmäßig meine Darmkur, dann bist Du save. So einfach ist es aber leider nicht. Die Pflege Deines Mikrobioms (Darmflora) hat zwar einen ganz wesentlichen Anteil bei der Prävention von Alzheimer-Demenz – und vielen anderen Zivilisationskrankheiten. Wie es jedoch um Dein Gehirn und überhaupt um Deine Gesundheit steht, hängt nicht nur davon ab.

Ich beginne in der Beratung trotzdem immer mit der Wiederherstellung des Mirkobioms (falls nötig). Dann kommt die Bereitschaft der Klienten ins Spiel, einen gesunden Lebensstyl zu führen. Wärst Du bereit, an Deiner Ernährung, Deiner Bewegung, Deinem Stresslevel, Deinem Schlafverlauf zu arbeiten? Kurz gesagt: An Deinem LIFESTYLE?

Lifestyle

Ernährung: Die richtige Ernährung ist ganz entscheidend dafür, wie es Deinem Körper geht. Das, was der Großteil der Menschen heute zu sich nimmt, macht sie eher kaputt, als dass es sie ernährt. Säureüberschüssige Lebensmittel, zu viel Zucker, zu viele Omega 6 Fettsäuren und Triglyceride führen langfristig zu einem Ungleichgewicht im Körper, oftmals auch zu Übergewicht und letztendlich zu Zivilisationskrankheiten. Was für den Einzelnen richtig und wichtig ist, um wieder in Balance zu kommen, bedarf einer genauen Analyse und Beratung.

Genussgifte: Verschlimmert wird all das noch durch den regelmäßigen Konsum von Genussgiften, wie Alkohol und Nikotin. Diese legalen Volksdrogen verhindern die „Reinigung des Gehirns“, indem sie z.B. zum Ausfall von Schlafphasen führen, namentlich der REM-Phase. Zudem belasten sie die Leber, die eigentlich mit den Alltagsgiften, die wir täglich gratis im Übermaß zu uns nehmen (Umweltgifte) beschäftigt ist. Über den Zigarettenkonsum, noch schlimmer über die E-Zigaretten, holen wir uns jede Menge Schadstoffe und Schwermetalle in den Körper.

Bewegung: Der Mensch ist darauf ausgelegt, 20 km am Tag zu gehen und zu laufen. Der durchschnittliche Deutsche läuft heute knapp 800 m/ Tag. Ja, das ist kein Tippfehler, 800 m. Dabei ist Bewegung für den ganzen Körper wichtig – und letztendlich auch für das Gehirn, denn nur dann werden die verschiedenen Areale regelmäßig benutzt, die Verschaltungen bleiben aktiv und das Hirn kann intern und mit dem ganzen Körper kommunizieren. Wichtig ist Bewegung z.B. auch für den Transport von Aminosäuren. Nur dadurch gelangt genügend Tryptophan durch die Blut-Hirn-Schranke ins Gehirn, wo daraus dann das Glückshormon Serotonin gebildet wird.

Lebenssinn:  Es ist sehr wichtig, ein sinnerfülltes Leben zu führen, das Gefühl zu haben, Teil einer Gemeinschaft zu sein, gebraucht zu werden, eine Aufgabe zu haben. Menschen, die in Gemeinschaften leben, sich in Vereinen engagieren und körperlich und geistig rege und aktiv bleiben und mit anderen kommunizieren, erkranken weniger oft an Alzheimer-Demenz als andere.

Bewältigung von Traumata: Wenn Menschen in ihrem Leben schwere Schicksalsschläge erleiden, wirkt sich das nicht nur auf die Psyche, sondern auch auf den Körper aus. Trauer schlägt sich bei Frauen oft im Darm nieder, was tatsächlich messbar zum Rückgang der Darmbakterien führt, dadurch zu einem schwachen Immunsystem – was sich letztendlich im ganzen Körper – auch im Gehirn, wie wir oben gehört haben – bemerkbar macht.

Deshalb gilt es auch diese Lebensthemen anzugehen, zu verdauen und aufzulösen. Damit nichts verdrängt und vergessen werden muss.

Zusammenfassung

Ein gesunder Darm, genügend und gesunder Schlaf, mäßiger Konsum von Genussgiften, ausgewogene Ernährung, ausreichende Bewegung, ein erfüllendes Leben und seelische Gesundheit sind die beste Garantie für einen gesunden Körper, in dem ein gesunder Geist wohnt.  

Dr. Claudia Bentzien

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.